Prüfereignis bestimmen
Beispielsweise Neuanlage eines Kunden oder Lieferanten, Freigabe eines Auftrags, Änderung relevanter Stammdaten oder ein geplanter Wiederholungslauf. Der Anlass wird mit der internen Vorgangsnummer verknüpft.
Dieser Leitfaden zeigt, wie eine Prüfung vorbereitet, durchgeführt, bewertet und dokumentiert werden kann – manuell für Einzelfälle oder automatisiert per API. Er beschreibt einen belastbaren Arbeitsprozess, ersetzt aber weder die unternehmenseigene Risikoanalyse noch eine rechtliche Einzelfallprüfung.
Die Anwendung gleicht übermittelte Personendaten mit der konsolidierten Liste der Personen, Gruppen und Organisationen ab, die EU-Finanzsanktionen unterliegen. Der technische Abgleich unterstützt die Identitätsprüfung. Er deckt insbesondere keine vollständige Prüfung anderer nationaler oder ausländischer Listen, keine PEP-Prüfung und keine systematische Eigentums- oder Kontrollanalyse ab. Maßgeblich bleiben die einschlägigen Rechtsakte und der im Unternehmen definierte Freigabeprozess.
Ein Prüfwerkzeug entscheidet nicht, wer einen Vorgang freigeben darf. Diese Zuständigkeit muss vor dem ersten produktiven Einsatz feststehen.
| Rolle | Aufgabe | Erwartete Übergabe |
|---|---|---|
| Prozessverantwortung | Legt Prüfanlässe, Eskalationsstufen, Wiederholungsintervalle und Dokumentationsumfang fest. | Freigegebene Arbeitsanweisung und benannte Vertretung. |
| Fachabteilung | Erfasst vollständige, belastbare Personendaten und hält den Geschäftsvorgang bei unklarem Ergebnis an. | Interne Referenz, Datenquelle und Geschäftskontext. |
| Fachprüfung / Compliance | Vergleicht mögliche Treffer anhand weiterer Identifikatoren und dokumentiert die Bewertung. | Begründete Freigabe, Eskalation oder weitere Klärung. |
| IT / Integration | Sichert Token, Datenübertragung, Fehlerbehandlung, technische Protokolle und Versionswechsel ab. | Eindeutige Statuswerte; technische Fehler dürfen nicht als „kein Treffer“ gelten. |
| Datenschutz / Recht | Prüft Rechtsgrundlage, Rollenverteilung, Datenminimierung, Löschfristen und rechtlich schwierige Fälle. | Vorgaben für Verarbeitung und Aufbewahrung; fallbezogene Entscheidung, soweit erforderlich. |
Beispielsweise Neuanlage eines Kunden oder Lieferanten, Freigabe eines Auftrags, Änderung relevanter Stammdaten oder ein geplanter Wiederholungslauf. Der Anlass wird mit der internen Vorgangsnummer verknüpft.
Vorname, Nachname und Geburtsdatum werden aus einer belastbaren Quelle übernommen. Für den aktuellen API-Endpunkt ist das Geburtsdatum im Format YYYY-MM-DD erforderlich. Fehlende Werte werden nicht erfunden.
Einzelfälle können über die manuelle Oberfläche geprüft werden. Wiederkehrende Prozesse nutzen den API-Endpunkt. Die interne Referenz customer_id verbindet das Ergebnis mit dem eigenen Vorgang, ohne unnötige Zusatzdaten zu übertragen.
found=No, found=Yes und eine fehlgeschlagene oder unvollständige Antwort sind drei unterschiedliche Zustände. Nur eine fachlich und technisch gültige Antwort darf in den Entscheidungsprozess eingehen.
Name, Aliasnamen, Geburtsangaben, Staatsangehörigkeit, Anschrift und weitere verfügbare Merkmale werden verglichen. Bei Zweifeln wird der Vorgang angehalten und an die festgelegte Stelle eskaliert.
Mindestens Prüfanlass, Zeitpunkt, interne Referenz, verwendete Datenversion, Ergebnis, Prüfer und Begründung werden nach der eigenen Aufbewahrungsregel festgehalten. Bei fortbestehender Beziehung wird der nächste Prüfanlass bestimmt.
Für die übermittelten Daten wurde in der verwendeten Datenversion kein passender Datensatz zurückgegeben. Der Vorgang kann nach der internen Regel weiterlaufen.
Nicht ableiten: rechtliche Unbedenklichkeit, Prüfung anderer Listen oder eine Aussage zu Eigentum und Kontrolle.
Die Antwort enthält mindestens einen Datensatz zur fachlichen Bewertung. Der Geschäftsvorgang bleibt bis zur vorgesehenen Prüfung offen oder angehalten.
Nicht ableiten: Identitätsgleichheit allein aus einem ähnlichen Namen oder eine automatische Ablehnung.
Ungültiges Datum, Authentifizierungs- oder Limitfehler, Timeout und nicht parsebare Antworten sind weder No noch eine Freigabe. Der Client wiederholt kontrolliert oder leitet an den manuellen Prozess weiter.
Nicht zulässig: „Fail open“, also Freigabe nur deshalb, weil die Prüfung technisch nicht abgeschlossen wurde.
Mit include=relations kann die API Hinweise auf Beziehungen ergänzen, die konservativ aus Textfeldern der EU-Quelldaten abgeleitet und anderen bereits gelisteten Entitäten zugeordnet werden. Ein solcher Hinweis erweitert die manuelle Prüfung, beweist aber weder die Beziehung noch Eigentum, Kontrolle oder die Erfüllung einer 50-Prozent-Regel. Mehrdeutige und nicht auflösbare Hinweise müssen als solche behandelt werden.
Die Namen und Referenzen in den Beispielen sind frei erfunden. Entscheidend ist der Arbeitsablauf, nicht das Beispielergebnis.
Ein Vertriebsmitarbeiter legt eine natürliche Person als neuen Vertragspartner an. Vor Vertragsfreigabe verlangt die interne Richtlinie eine Prüfung.
No Ergebnis, Datenversion und Zeitpunkt dokumentieren.No dokumentiert den technischen Abgleich zu diesem Zeitpunkt. Es ist keine allgemeine Bescheinigung über den Kunden.
Beim Anlegen eines neuen Lieferantenkontakts liefert die API found=Yes und Datensätze mit ähnlichem Namen.
Ein möglicher Treffer ist eine Prüfaufgabe. Automatische Ablehnung allein aufgrund des Namens kann zu einem Falschpositiv führen.
Die automatisierte Prüfung vor Versand erhält innerhalb des definierten Timeouts keine verwertbare XML-Antwort.
No.Die sichere Fehlerstrategie ist Teil des Compliance-Prozesses. Verfügbarkeit und fachliches Ergebnis dürfen nicht vermischt werden.
Ein geplanter Lauf prüft aktive Ansprechpartner erneut. Für einen zuvor unauffälligen Datensatz wird nun Yes zurückgegeben.
Eine frühere Prüfung ist keine dauerhafte Freigabe. Listendaten und Geschäftsbeziehungen können sich ändern.
persons übermittelt werden.Die Beispieldaten sind fiktiv. Ohne Beziehungskontext werden die Query-Parameter weggelassen.
POST /sp_CheckPerson_XML?include=relations&relation_detail=summary&max_related=20
Authorization: Bearer IHR_API_TOKEN
Content-Type: application/json
{
"persons": [{
"first_name": "Mara",
"last_name": "Hoffmann",
"birth_date": "1987-04-12",
"customer_id": "CRM-4711"
}]
}relation_detailids, summary oder full. Für gewöhnliche Arbeitsoberflächen ist summary der sinnvolle Ausgangspunkt.
max_relatedBegrenzt die Zahl der ergänzten Beziehungen je Sanktionsentität auf 1 bis 100; Standardwert ist 20.
Ergänzungen stehen getrennt von den EU-Quelldaten im Namespace https://api.aaasoft.cz/schema/relations/v1.
YYYY-MM-DD sind getestet.Yes, No, Technikfehler und Tageslimit haben getrennte Statuswerte.Die Fachseite bestätigt den Entscheidungsprozess; IT weist Request, Response, Datenversion, Limit- und Fehlerbehandlung nach; Datenschutz und Recht bestätigen die unternehmensspezifischen Vorgaben. Erst danach wird die automatische Freigabe eines nachgelagerten Geschäftsprozesses aktiviert.
Die Produktantwort ist ein technisches Hilfsmittel. Für Inhalt und Reichweite von Sanktionen sind die veröffentlichten Rechtsakte und die zuständigen Behörden maßgeblich.
Überblick über EU-Sanktionen, konsolidierte Finanzsanktionsliste, EU Sanctions Map und weitere Ressourcen.
Download- und Metadaten der konsolidierten Liste der Personen, Gruppen und Organisationen unter EU-Finanzsanktionen.
Informationen zu Finanzsanktionen, Sanktionsregimen, Merkblättern und zuständigen Stellen in Deutschland.
Nutzen Sie diesen Ablauf als Ausgangspunkt und passen Sie Prüfanlässe, Rollen, Eskalation und Dokumentation an Ihr Unternehmen an. Für die technische Umsetzung stehen manuelle Suche und API zur Verfügung.